LRS im Klassenzimmer: 10 wirksame Strategien für Lehrkräfte
Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch als Legasthenie bekannt, betrifft viele Kinder und stellt Lehrkräfte vor besondere Herausforderungen. Kinder mit LRS haben Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache, insbesondere beim Lesen und Schreiben, ohne dass ihre Intelligenz oder Motivation betroffen sind. Diese Schwierigkeiten können das Selbstbewusstsein sowie die schulische Leistung der betroffenen Kinder beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, dass Lehrkräfte eine unterstützende und angepasste Lernumgebung bieten, die diese Kinder fördert.
Was ist LRS und wie wirkt es sich auf Schüler aus?
LRS / Legasthenie ist eine spezifische Schwierigkeit beim Erlernen von Lese- und Rechtschreibkompetenzen, die sich stark auf die schulischen Leistungen und das Selbstwertgefühl der betroffenen Kinder auswirken kann. Es handelt sich nicht um ein Zeichen mangelnder Intelligenz, sondern um eine besondere Herausforderung, die von Lehrkräften erkannt und entsprechend gefördert werden muss. Kinder mit LRS haben oft Schwierigkeiten, Buchstaben zu erkennen, Wörter richtig zu schreiben oder flüssig zu lesen. Diese Schwierigkeiten können zu Frustration und Angst führen, was wiederum ihre Motivation und ihre schulischen Leistungen beeinträchtigt.
Bedeutung der Förderung von Schülern mit LRS in der Schule
Die Förderung von Schülern mit LRS ist entscheidend, um ihre schulischen und beruflichen Chancen zu verbessern. Mit gezielten Strategien können Lehrkräfte dazu beitragen, dass diese Schüler ihr Potenzial entfalten und ihr Selbstvertrauen stärken. Dies ist besonders wichtig, weil LRS langfristige Auswirkungen auf die Bildungslaufbahn und die berufliche Zukunft haben kann. Eine frühzeitige und differenzierte Förderung ist der Schlüssel.
Die Rolle von Lehrkräften bei der Unterstützung betroffener Schüler
Lehrkräfte spielen eine zentrale Rolle bei der Erkennung und Förderung von Schülern mit LRS. Sie sind oft die ersten, die die Anzeichen einer Lese- und Rechtschreibstörung bemerken, und können Eltern sowie Fachkräfte wie Sonderpädagogen hinzuziehen, um eine professionelle Diagnose und weitere Fördermöglichkeiten zu organisieren. Durch individuelle und differenzierte Lernansätze können sie den Schülern helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Schwierigkeiten zu überwinden.
Im Folgenden stellen wir zehn bewährte Strategien vor, die Lehrkräfte im Klassenzimmer einsetzen können, um Schüler mit LRS / Legasthenie zu unterstützen.
Referenzen
Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit als Grundlage für Lese- und Schreibkompetenzen
1. Erkennen von Anzeichen einer Lese- und Rechtschreibstörung / Legasthenie
Frühzeitige Erkennung ist entscheidend. Wenn Kinder Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechtschreiben haben, sollten Lehrkräfte aufmerksam werden und gemeinsam mit den Eltern und Fachkräften nach Lösungen suchen. Zeichen für LRS können u.a. das Verwechseln von Buchstaben, langsames Lesen oder auffällige Fehler in der Rechtschreibung sein. Auch Verhaltensweisen wie Schüchternheit oder das Vermeiden von Leseaufgaben können Indikatoren für LRS sein.
Weitere typische Symptome von LRS / Legasthenie findest du in diesem Beitrag.
2. Individuelle Förderung und Differenzierung
Jedes Kind mit LRS hat unterschiedliche Bedürfnisse. Eine individuelle Förderung ist daher unerlässlich. Lehrkräfte können differenzierte Aufgabenstellungen anbieten, die an die Stärken und Schwächen des jeweiligen Schülers angepasst sind. Zudem können Anpassungen wie mehr Zeit für Aufgaben oder mündliche statt schriftliche Prüfungen helfen, den Druck zu minimieren und den Schülern die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen zu zeigen.

Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist eine herausfordernde Teilleistungsstörung, die das Lesen und Schreiben bei Schülern beeinträchtigen kann. Als Lehrkräfte spielen wir eine wichtige Rolle bei der Unterstützung und Förderung von Schülern mit LRS. In diesem Artikel werden wir verschiedene Strategien betrachten, die Lehrerinnen und Lehrer anwenden können, um diesen Schülern zu helfen und ihre Lernreise zu unterstützen.
Mio Lindner
3. Multisensorische Lernmethoden
Multisensorische Methoden, bei denen mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen werden, können besonders hilfreich für Schüler mit LRS sein. Zum Beispiel können Buchstaben durch Kneten oder mit Hilfe von farbigen Markierungen erlernt werden. Auch das Verknüpfen von Lauten mit Bewegungen oder Geräuschen kann das Verständnis für die Schriftsprache fördern und das Lernen abwechslungsreicher gestalten.

4. Lesetandems und Partnerarbeit
Lesetandems oder Partnerarbeit bieten eine hervorragende Möglichkeit, dass Kinder sich gegenseitig unterstützen. Ein Schüler mit Leseschwierigkeiten kann gemeinsam mit einem Partner Texte lesen und sich so gegenseitig motivieren. Diese Form der Zusammenarbeit stärkt das Vertrauen und fördert den Lernprozess, da Fehler in einem sicheren Rahmen gemacht und korrigiert werden können.
5. Verwendung von Hilfsmitteln und Technologien
Technologische Hilfsmittel wie Text-to-Speech-Software oder Diktierprogramme sind für Schüler mit LRS besonders wertvoll. Sie ermöglichen es den Kindern, Texte zu hören und so besser zu verstehen. Auch Programme, die bei der Rechtschreibung unterstützen, können helfen, Fehler direkt zu erkennen und zu korrigieren. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Tablets, die den Zugang zu Texten erleichtern und verschiedene Funktionen wie Vergrößerung oder Textmarkierung bieten.
6. Positive Verstärkung und Motivation
Kinder mit LRS haben häufig mit Misserfolgen zu kämpfen, was ihr Selbstvertrauen und ihre Motivation beeinträchtigen kann. Es ist daher wichtig, kleine Erfolge zu feiern und den Schülern durch positive Rückmeldungen zu zeigen, dass sie Fortschritte machen. Ein motivierendes und unterstützendes Umfeld hilft den Kindern, weiterhin an ihren Fähigkeiten zu arbeiten und nicht aufzugeben.
7. Geduld und Zeit lassen
Kinder mit LRS benötigen oft mehr Zeit, um bestimmte Lernziele zu erreichen. Lehrkräfte sollten ihnen die nötige Zeit einräumen und ihnen in Tests und Prüfungen mehr Bearbeitungszeit gewähren. Geduld ist entscheidend, da der Erwerb von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten bei LRS häufig langsamer verläuft.
8. Visuelle Unterstützung und Strukturierung
Visuelle Hilfsmittel wie farblich markierte Textpassagen oder Mindmaps können den Lernprozess für Kinder mit LRS erheblich erleichtern. Eine klare und strukturierte Darstellung des Lernmaterials hilft den Schülern, den Stoff besser zu verstehen und sich im Unterricht zurechtzufinden.
9. Enger Austausch mit Eltern und Fachkräften
Die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Fachkräften wie Sonderpädagogen ist von großer Bedeutung. Ein regelmäßiger Austausch hilft, individuelle Förderpläne zu entwickeln und die spezifischen Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen. Eltern können wertvolle Informationen über das Lernen zu Hause beisteuern und so eine nahtlose Unterstützung des Kindes gewährleisten.
10. Integration neuer Technologien in den Unterricht
Neue Technologien bieten enorme Chancen, um das Lernen für Schüler mit LRS zu erleichtern. Lernsoftware, interaktive Übungen und digitale Bücher können das Leseverständnis und die Schreibfähigkeiten von Schülern gezielt fördern. Diese Technologien sollten jedoch nicht als Ersatz für traditionelles Lernen, sondern als ergänzende Unterstützung verstanden werden.
Fazit: Lehrkräfte können mit den richtigen Strategien die Auswirkungen von LRS im Klassenzimmer minimieren
Mit gezielter Unterstützung und den richtigen Strategien können Kinder mit Lese- und Rechtschreib-Schwächen ihre Herausforderungen im Klassenzimmer erfolgreich meistern. Lehrkräfte spielen eine entscheidende Rolle dabei, eine inklusive Lernumgebung zu schaffen, in der alle Schüler, unabhängig von ihren Schwierigkeiten, ihre Potenziale ausschöpfen können. Die hier vorgestellten zehn Strategien bieten wertvolle Ansätze, um den betroffenen Schülern zu helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Einfühlsamkeit, Geduld und Bereitschaft zur Zusammenarbeit sind die Schlüsselfaktoren für den Erfolg.