Den passenden Lerntherapie-Anbieter finden

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Wenn Eltern nach Hilfe suchen, stehen sie vor einem Meer an Möglichkeiten. Viele treffen dann auf Angebote von Nachhilfe, Lerncoaching und Lerntherapie. Was sind eigentlich die Unterschiede? Und selbst wenn klar ist, dass es Lerntherapie sein soll: Es gibt viele Anbieter und viele Versprechen. Da fällt es schwer, sich zu orientieren und zu wissen, worauf du achten kannst und was die Unterschiede zwischen den Anbietern sind.

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Lieber hören statt lesen? Weiter unten geht es zu meiner Podcastfolge zum Thema.

Nachhilfe, Lerncoaching oder Lerntherapie?

Ich bin integrativer Lerntherapeut, zu Nachhilfe und Lerncoaching kann ich dir aus eigener Praxis wenig sagen: Das sind andere Angebote mit anderer Ausbildung und anderem Ansatz.

Nachhilfe

Hilft in der Regel beim aktuellen Schulstoff.

Lerncoaching

Setzt bei Lernstrategien und Motivation an.

Lerntherapie

Setzt nicht am aktuellen Schulstoff an, sondern bei den Grundlagen, die noch fehlen, und nimmt den Selbstwert genauso ernst wie die fachliche Lücke. In der Regel geht eine Förderdiagnose voraus.

Erkennst du dein Kind darin wieder? Dann lohnt sich der Blick auf die folgenden Hinweise, sie helfen dir, den passenden Lerntherapie-Anbieter zu finden.

Worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest

Der Begriff „Lerntherapeut:in“ ist nicht geschützt, jede Person darf sich so nennen, auch ohne eine normierte Ausbildung. Frag deshalb aktiv nach der Qualifikation und ob sie vom Fachverband FiL zertifiziert ist, beziehungsweise die Qualifikationskriterien erfüllt, die der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) nennt:

Vorsicht bei festen Zeitversprechen: Wenn ein Anbieter verspricht, in ein paar Wochen sei alles im Griff, lohnt sich Skepsis. Ohne die Ausgangslage deines Kindes zu kennen, lässt sich das seriös nicht versprechen, und es baut Druck auf, der bei einem Rückschlag schnell zu einem weiteren Misserfolgserlebnis für dein Kind wird.

Diese Fragen kannst du ins erste Beratungsgespräch mitnehmen:

  • Gibt es eine Förderdiagnose, die individuell auf mein Kind eingeht und dabei auch die familiäre und schulische Situation einbezieht?
  • Entsteht daraus ein individueller Therapieplan, der Bedürfnisse, Interessen und Fortschritte meines Kindes berücksichtigt?
  • Wie eng werde ich als Elternteil eingebunden, und wie erfahre ich vom Fortschritt?
  • Wird mit der Schule zusammengearbeitet?
  • Auf welchem Konzept basiert die Förderung, und gibt es dazu veröffentlichte Forschungsarbeiten, nicht nur die eigene Aussage des Anbieters?
  • Arbeitet die Fachkraft allein oder in einem multiprofessionellen Team, und wie wurde sie ausgebildet (Praxis und Theorie kombiniert, nicht nur Selbststudium)?

„Achte da immer auf dein Bauchgefühl, und ermuntere auch dein Kind, auf sein Bauchgefühl zu achten. Eine Lerntherapie kann nur gelingen, wenn die Vertrauensebene vorhanden ist.“

Mio Lindner, im Potenzialfrei!?-Podcast

Mehr zum Thema in meiner Podcastfolge „Geeignete Unterstützung finden bei Lese-Rechtschreib-Schwäche & Rechenschwäche“: Hinweise, die dir helfen, den passenden Anbieter für eine integrative Lerntherapie zu finden.

Wenn du tiefer einsteigen willst: Mein Buch „UMTY, Leben mit Legasthenie und Dyskalkulie“ begleitet Familien durch genau diesen Weg, von den ersten Anzeichen bis zur Wahl der richtigen Unterstützung.

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Häufige Fragen

Welche Anbieter sind führend in der Lerntherapie?
Eine feste Rangliste gibt es nicht, dafür ist der Markt zu unübersichtlich, der Begriff „Lerntherapeut:in“ ist schließlich nicht geschützt. Verlässlicher als ein Ranking ist die Zertifizierung nach dem Standard des Fachverbands FiL, oder die Qualifikationskriterien, die der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) nennt, und ob der Therapie eine individuelle Förderdiagnose vorausgeht.

(Die Buchung läuft über das Duden Institut International-Online, das ich selbst gegründet habe, kein anderer Anbieter.)

Quellen