Inhaltsverzeichnis
- Häufige Fragen zu DIY-Lösungen bei LRS oder Rechenschwäche
- Warum es keine Methode gibt, die für jedes Kind funktioniert
- Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche ist mehr als nur Lesen oder Rechnen
- Was auf dem Spiel steht, wenn die Methode nicht passt
- Es geht nicht nur um dein Kind, sondern um die ganze Familie
- Bereit für den ersten Schritt?
Du hast schon YouTube-Videos geschaut, ein Buch gekauft, vielleicht eine App ausprobiert. Das ist verständlich, und es ist auch nicht grundsätzlich falsch, erst einmal selbst nach Lösungen zu suchen. Viele Eltern, die später zu mir in die Beratung kommen, haben genau das zuerst versucht.
Die Frage ist nur: Ist es der richtige Weg, Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche dauerhaft allein zu Hause zu lösen? Aus meiner Erfahrung als Lerntherapeut lautet die Antwort: nein. Hier erkläre ich dir, warum.
Lieber hören statt lesen? Weiter unten geht es zu meiner Podcastfolge zum Thema.
Häufige Fragen zu DIY-Lösungen bei LRS oder Rechenschwäche
Ist es falsch, es erst selbst zu versuchen?
Nein. Am Anfang wissen die meisten Eltern noch gar nicht, was hinter den Schwierigkeiten ihres Kindes steckt. Selbst nach Lösungen zu suchen ist ein normaler erster Schritt, kein Fehler.
Warum reicht das auf Dauer trotzdem oft nicht?
Weil es keine Einheitslösung gibt, die für jedes Kind funktioniert. Was einem Kind hilft, kann bei einem anderen wirkungslos oder sogar hinderlich sein.
Kann ausprobieren auch schaden?
Ja, wenn dabei an der falschen Stelle angesetzt wird. Übt ein Kind beispielsweise nur Rechtschreibung, während das eigentliche Problem im Verknüpfen von Lauten und Buchstaben liegt, bleibt genau das zugrunde liegende Problem bestehen, trotz Übung.
Woran erkenne ich, dass professionelle Hilfe sinnvoller ist?
Wenn ihr seit Wochen oder Monaten übt, ohne dass sich etwas verbessert, oder wenn dein Kind zunehmend blockiert, verweigert oder sich nichts mehr zutraut.
Warum es keine Methode gibt, die für jedes Kind funktioniert
Im Internet und in Büchern findest du unzählige Ideen und Methoden, die grundsätzlich helfen können. Das Problem ist nicht die einzelne Methode. Das Problem ist die Annahme, es gäbe die eine Methode, die bei jedem Kind gleich wirkt.
Jedes Kind mit Legasthenie / LRS ist einzigartig, und seine Schwierigkeiten zeigen sich unterschiedlich. Manche Kinder kämpfen mit der Rechtschreibung, andere mit flüssigem Lesen, wieder andere mit Rechnen. Manche lernen besser über visuelle Hilfen, andere über taktile oder auditive Zugänge. Eine allgemeine Lernstrategie aus einem Buch oder Video kann am Lernstil deines Kindes komplett vorbeigehen und den Fortschritt eher verzögern als beschleunigen.
Eine spezialisierte Lerntherapeutin oder ein Lerntherapeut geht anders vor: mit diagnostischen Verfahren, die zeigen, wo dein Kind wirklich steht, und einem darauf zugeschnittenen Plan, der laufend angepasst wird. Genau das kann eine DIY-Methode nicht leisten.
Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche ist mehr als nur Lesen oder Rechnen
Legasthenie / LRS betrifft nicht nur die Rechtschreibung oder das Lesen selbst. Häufig hängt das mit der phonologischen Bewusstheit zusammen, also der Fähigkeit, Laute zu erkennen und mit Buchstaben zu verbinden. Bei einer Dyskalkulie / Rechenschwäche liegt die Ursache oft in einem unsicheren Zahlen- und Mengenverständnis, nicht darin, dass zu wenig gerechnet wurde. Bei beidem können zusätzlich das Arbeitsgedächtnis, die Verarbeitungsgeschwindigkeit oder die Sprachwahrnehmung eine Rolle spielen.
Ein Ansatz, der nur an der Oberfläche übt, ohne diese zugrunde liegenden Prozesse zu berücksichtigen, verändert wenig. Genau deshalb braucht es einen Blick, der über das bloße Symptom hinausgeht, und der ist ohne Fachwissen kaum möglich.
Was auf dem Spiel steht, wenn die Methode nicht passt
Lernmethoden, die nicht zu den Bedürfnissen deines Kindes passen, verbessern die Situation nicht nur nicht. Sie können sie verschärfen. Jeder weitere Misserfolg blockiert ein Kind mehr, macht es verweigernder, und irgendwann traut es sich gar nichts mehr zu.
„Wenn ein Kind so in die Lerntherapie kommt, müssen wir erst den Funken wieder entfachen, dass es überhaupt glaubt, dass es lernen kann.“
— Mio Lindner
Genau das ist es, was gezielte Förderung verhindern soll: dass ein Kind durch immer neue, unpassende Versuche das Vertrauen in die eigene Lernfähigkeit verliert. Regelmäßige, echte Erfolgserlebnisse sind entscheidend für Selbstwert und Motivation, und die entstehen eher durch einen abgestimmten Plan als durch Ausprobieren auf gut Glück.
Es geht nicht nur um dein Kind, sondern um die ganze Familie
Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche belastet nicht nur das Kind. Wenn Eltern versuchen, das Problem allein zu lösen, und die erhofften Fortschritte ausbleiben, entsteht oft ein eigener Teufelskreis: Die Sorge wächst, der Druck auch, und Eltern werden dabei manchmal strenger, manchmal nachgiebiger, als sie es eigentlich wollen. Das Kind spürt diese Unsicherheit zusätzlich.
Professionelle Begleitung nimmt hier Druck von beiden Seiten. Sie hilft nicht nur dem Kind mit passenden Methoden, sondern entlastet auch dich als Elternteil, durch Beratung und einen klaren Weg, statt einer offenen Frage ohne Antwort.
Mehr zum Thema in meiner Podcastfolge „Stark mit LRS und Rechenschwäche“: warum Do-it-yourself-Lösungen an ihre Grenzen stoßen und was stattdessen wirklich hilft.
Bereit für den ersten Schritt?
Wenn ihr seit einer Weile ausprobiert und gehofft habt, dass es von allein besser wird, ist ein Erstgespräch der nächste sinnvolle Schritt. Wir schauen gemeinsam, wo dein Kind wirklich steht und was wirklich hilft.
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(Die Buchung läuft über das Duden Institut International-Online, das ich selbst gegründet habe, kein anderer Anbieter.)

