LRS Symptome 1. Klasse
Der Beginn der Schulzeit ist für jedes Kind aufregend, doch für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) / Legasthenie kann das Erlernen der Schriftsprache eine besondere Herausforderung darstellen.
Wie kannst du als Elternteil frühzeitig erkennen, ob dein Kind Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat und welche Unterstützung es braucht?
Gerade zu Beginn der 1. Klasse ist es nicht immer einfach, zwischen normalen Anfangsschwierigkeiten und tatsächlichen Anzeichen von LRS zu unterscheiden. Ich zeige dir, wie du die ersten Symptome von LRS erkennst, um deinem Kind frühzeitig zu helfen. Denn je früher du Unterstützung in Anspruch nimmst, desto besser sind die Chancen, dass dein Kind seine Schwierigkeiten überwinden kann.
Willst du wissen, ob das, was dir bei deinem Kind auffällt, auf eine LRS hindeuten könnte? Mit der Kurzanalyse bekommst du in wenigen Minuten eine erste Orientierung. Du beantwortest ein paar Fragen zu dem, was du beobachtest, und am Ende wertet das Team meines Duden Institut International-Online deine Angaben aus und schickt dir eine persönliche Ersteinschätzung per E-Mail. Jetzt Kurzanalyse starten →
Was ist LRS / Legasthenie und wie zeigt es sich in der 1. /2. Klasse?
In der ersten Klasse lernen alle Kinder das Lesen und Schreiben. Für die meisten ist das eine spannende und doch herausfordernde Zeit. Doch während viele Kinder mit den ersten Schritten in die Welt der Buchstaben und Worte gut zurechtkommen, haben Kinder mit LRS oft größere Schwierigkeiten. Diese Probleme bleiben häufig nicht auf die ersten Monate beschränkt. Oft zeigen sich die Herausforderungen erst später deutlicher, vor allem dann, wenn die Anforderungen in der Schule steigen.
Eltern, denen auffällt, dass bei ihren Kindern das Lesen und Schreiben nicht so einfach voranschreitet, hören häufig in der 1. oder 2. Klasse, dass noch alles in Ordnung ist. Doch spätestens in der 3. Klasse wird dann oft klar, dass das Kind große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat und sich schon eine große Entwicklungslücke zwischen Können und Anforderungen in der Schule entstanden ist. Genau hier setzt die frühzeitige Erkennung an: Wenn du frühzeitig hinschaust, kannst du deinem Kind helfen, rechtzeitig die nötige Unterstützung zu bekommen.
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Was ist eine Lese- und Rechtschreibstörung?
Eine Lese- und Rechtschreibstörung, auch bekannt als Legasthenie / LRS, ist eine Entwicklungsstörung, die sich schon bei Kindern in der 1. Klasse zeigen kann. Diese Teilleistungsstörung betrifft die Fähigkeit eines Kindes, flüssig zu lesen und korrekt zu schreiben. Kinder mit LRS haben Schwierigkeiten, Buchstaben den entsprechenden Lauten zuzuordnen, Wörter zu erlesen und zu schreiben.
Die standardisierte Diagnose, nach ICD, einer Lese- und Rechtschreibstörung erfordert eine umfassende Untersuchung durch Fachleute wie Psychologen oder Psychotherapeuten. Diese Experten verwenden verschiedene Diagnoseverfahren, um festzustellen, ob ein Kind an LRS leidet. Die genaue Diagnose ist von entscheidender Bedeutung, da sie den Weg für angemessene Unterstützung und Förderung ebnen kann.
Bei jüngeren Kindern wird häufig noch abgewartet, eine standardisierte Diagnose zu stellen, da manche Kinder durch Zeit und gezielte Förderung die notwendigen Fähigkeiten entwickeln.
Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung ihrer Kinder mit LRS.
Die Förderung von Kindern in der 1. und 2. Klasse, die Tendenzen zur Entwicklung einer LRS zeigen, erfordert eine individuelle Herangehensweise. Pädagogen sollten sich bewusst sein, dass diese Kinder spezielle Bedürfnisse haben und verschiedene Methoden benötigen, um ihre Lese- und Schreibfähigkeiten zu verbessern. Eine gezielte und strukturierte Unterrichtsgestaltung kann den Lernfortschritt dieser Kinder unterstützen.
Durch die Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Fachleuten können Kinder mit LRS erfolgreich in der Schule integriert und unterstützt werden.
Du bist dir unsicher, ob das, was du bei deinem Kind beobachtest, wirklich auf eine Legasthenie / LRS hindeutet? Lass uns kurz darüber sprechen, ganz unverbindlich.
Mio Lindner
Typische Symptome von LRS in der 1. und 2. Klasse
In der ersten und zweiten Klasse können sich bei Kindern mit LRS verschiedene Symptome zeigen, die auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche / Legasthenie hindeuten.
Hier sind einige typische Anzeichen, auf die du achten solltest:
- Schwierigkeiten bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung: Dein Kind hat Probleme, die Verbindung zwischen den Buchstaben und den Lauten zu erkennen. Zum Beispiel fällt es ihm schwer, dass der Buchstabe „B“ den Laut /b/ repräsentiert.
- Leseschwierigkeiten bei einfachen Wörtern: Auch bei häufigen und einfachen Wörtern, wie „Haus“, „Kind“ oder „Baum“, hat dein Kind Schwierigkeiten beim Lesen, obwohl es in anderen sprachlichen Bereichen gut vorankommt.
- Verwechslung ähnlicher Buchstaben oder Silben: Kinder mit LRS vertauschen oft ähnliche Buchstaben wie „b“ und „d“ oder „p“ und „q“. Auch bei Silben in Wörtern kann es zu Verwechslungen kommen.
- Langsame Lesegeschwindigkeit: Dein Kind liest langsamer als andere und muss beim Lesen von Wörtern oft laut buchstabieren.
- Schwierigkeiten bei Reimen und Wortklängen: Ein weiteres Anzeichen ist, wenn dein Kind Probleme hat, einfache Reime oder Klangähnlichkeiten zu erkennen.
- Stolpern beim Vorlesen: Beim Vorlesen stolpert dein Kind häufig über Wörter und muss oft zurückblättern, um sie richtig auszusprechen.
- Schwierigkeiten beim Schreiben und Buchstabieren: Fehler beim Schreiben von Wörtern sind häufig, und das Schriftbild wirkt unregelmäßig oder unleserlich.
- Frustration und Stress bei Lese- und Schreibaufgaben: Dein Kind zeigt Frustration, Angst oder Vermeidungstendenzen, wenn es darum geht, zu lesen oder zu schreiben. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass es sich davor drückt, laut vorzulesen oder Erlebnisse nachzuerzählen, oder sich zurückzieht, sobald Lesen und Schreiben ins Spiel kommen.
Kinder, die schon vor ihrer Schulzeit zusätzliche Unterstützung erhalten haben, sollten besonders im Blick behalten werden. Probleme beim Hören und ein mangelndes Lautbewusstsein können das Erlernen von Lesen und Schreiben erheblich erschweren. Kinder, die Schwierigkeiten haben, Laute zu unterscheiden oder richtig wahrzunehmen, tun sich oft auch beim Erkennen der Laut-Buchstaben-Zuordnung schwer, was zu Verzögerungen beim Lesen und Schreiben führen kann. Gerade zu Beginn der 1. Klasse ist es nicht ungewöhnlich, dass bestimmte Fähigkeiten, die notwendig sind, um die Schriftsprache erfolgreich zu erwerben, noch nicht vollständig ausgebildet sind. In solchen Fällen ist es wichtig, besonders aufmerksam zu sein und die Entwicklung dieser Fähigkeiten genau zu beobachten, da sie eine entscheidende Rolle beim Erlernen der Lese- und Schreibfertigkeiten spielen.
Lesen und Schreiben sind grundlegende Fähigkeiten, die für die meisten Menschen selbstverständlich sind. Doch für einige Kinder, wie Fiete, wird schon der erste Schritt zu einer großen Herausforderung. Fiete war noch in der 1. Klasse, als ihn das Erlernen der Laut-Buchstaben-Zuordnung komplett überforderte.
Die Auswirkungen von Legasthenie
Die Zuordnung von Lauten auf Buchstaben überforderte Fiete so sehr, dass er in einer Arbeit ein komplett leeres Blatt abgab, weil er kein Wort verstanden hatte. Seine Lehrerin schimpfte ihn vor der ganzen Klasse aus. Fiete war völlig verstört: Er verstand weder, warum sie so wütend war, noch, was er überhaupt falsch gemacht hatte. Nach diesem Ereignis war seine Beziehung zu seiner Lehrerin zutiefst erschüttert, und auch sein Vertrauen in die Schule war nachhaltig gestört.
Diagnose und Unterstützung
Fietes Geschichte zeigt, wie schnell aus einer fachlichen Überforderung eine tiefe seelische Verletzung entstehen kann, wenn eine Lernschwierigkeit nicht als Signal für Unterstützungsbedarf erkannt wird. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Symptome schon in der 1. Klasse, bevor aus einer Lernschwierigkeit eine Verletzung wird, die weit über das Lesen und Schreiben hinausgeht.
Diese und weitere Geschichten von Kindern mit Legasthenie und Dyskalkulie erzähle ich in meinem Buch UMTY — Leben mit Legasthenie und Dyskalkulie.
Wie kann man Kindern in der 1. und 2. Klasse helfen, die LRS-Symptome zu überwinden?
Wenn du merkst, dass dein Kind in der ersten Klasse mit LRS-Symptomen zu kämpfen hat, ist es wichtig, von Anfang an Maßnahmen zu ergreifen, um ihm zu helfen. Es gibt verschiedene Ansätze, die Eltern und Lehrer ergreifen können, um diesen Kindern die Unterstützung zu bieten, die sie brauchen, um ihre LRS-Symptome zu überwinden.
Lehrkräfte können besondere Hilfestellungen ind der Schule geben, mit gezielten Übungen und zur selben Zeit psychische Entlastung bieten, in das Kind zum Beispiel nicht vor der Klasse vorlesen muss.
Darüber hinaus können Eltern ihre Kinder zu Hause unterstützen, indem sie ihnen regelmäßiges Lesen und Schreiben ermöglichen. Das Lesen mit dem Kind gemeinsam, das Bereitstellen von Büchern auf seinem Leselevel und das gezielte Üben von Schreibfähigkeiten können dabei helfen, die LRS-Symptome zu überwinden. Es ist außerdem wichtig, dass die Schule informiert wird, damit zusätzliche Hilfestellungen wie Nachteilsausgleich oder individuelle Unterrichtsmethoden angeboten werden können. Mit Geduld, Unterstützung und einer individuellen Förderung können Kinder in der ersten Klasse ihre LRS-Symptome erfolgreich überwinden und ihre Lese- und Rechtschreibfähigkeiten verbessern. Es ist entscheidend, dass Eltern, Lehrer und Fachkräfte zusammenarbeiten, um ihnen die besten Chancen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn zu ermöglichen.
Welche Ressourcen gibt es für Eltern, um ihren Kindern beim Erlernen von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu helfen?
Eltern, deren Kinder Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, stehen oft vor der Herausforderung, wie sie ihren Kindern am besten helfen können. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Ressourcen, die Eltern zur Verfügung stehen, um ihre Kinder beim Erlernen von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu unterstützen.
Eine mögliche Ressource ist die Konsultation einer/eines Experten/in der/die auf Lese- und Rechtschreib-Störungen / Legasthenie spezialisiert ist. Eine genaue Beobachtung kann helfen, die individuellen Bedürfnisse des Kindes zu identifizieren und gezielte Empfehlungen für die Förderung auszusprechen. Darüber hinaus können Eltern auch auf verschiedene Bücher und Online-Ressourcen zurückgreifen, die speziell auf das Thema Lese- und Rechtschreibfähigkeiten ausgerichtet sind. Diese bieten sowohl theoretisches Hintergrundwissen als auch praktische Übungen und Tipps für Eltern, um ihre Kinder zu unterstützen.
Insgesamt gibt es also eine Vielzahl von Ressourcen, auf die Eltern zurückgreifen können, um ihren Kindern beim Erlernen von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu helfen. Von spezialisierten Diagnostikern und Therapeuten, über Bücher und Online-Ressourcen bis hin zur Unterstützung durch die Schule - Eltern haben verschiedene Möglichkeiten, um ihre Kinder bestmöglich zu fördern. Es ist wichtig, dass Eltern sich nicht scheuen, diese Ressourcen zu nutzen und professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um ihren Kindern eine gute Basis für ihre schulische Laufbahn zu bieten.
Welche Methoden helfen deinem Kind am meisten?
Wenn dein Kind langanhaltende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat, braucht es in der 1. Klasse spezielle Methoden und viel Aufmerksamkeit. Ein frühzeitiges Erkennen von Entwicklungslücken ist entscheidend, damit dein Kind rechtzeitig die nötige Unterstützung bekommt.
Du als Elternteil spielst dabei eine wichtige Rolle, weil du meist als Erste oder Erster erste Anzeichen für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bemerkst und Fachleute konsultieren kannst.
Gute Förderung setzt zunächst auf intensive Leseübungen, weil viele Kinder mit LRS Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen von Texten haben. Wichtig ist dabei der Fokus auf phonologische Bewusstheit, zum Beispiel durch Tandemlesen oder Silbenlesen. Frag in der Schule oder Lerntherapie gezielt nach solchen Methoden.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen dir, der Schule und Fachleuten wie Logopäden, Lerntherapeuten oder Psychotherapeuten ist entscheidend, um deinem Kind optimal zu helfen. Mit der richtigen Förderung und Unterstützung kann es seine Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten überwinden und erfolgreich am Unterricht teilnehmen.
Wann solltest du Unterstützung suchen?
Es ist völlig normal, dass Kinder in der ersten Klasse einige Anfangsschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Alle Kinder die sich das Lesen und Schreiben erobern, zeigen kurzfristig die beschriebenen Symptome.
Doch wenn du merkst, dass diese Schwierigkeiten trotz regelmäßiger und viel Übung zu Hause nicht besser werden, solltest du den Verdacht auf LRS / Legasthenie ernst nehmen. Besonders wenn dein Kind am Ende der 2. Klasse noch nicht in der Lage ist, Wörter lautgetreu zu schreiben oder häufige einfache Wörter nicht lesen kann, könnte es an der Zeit sein, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ein weiteres Warnzeichen ist, wenn die Übung zu Hause zunehmend zu einer Quelle von Stress und Frustration für alle wird. Das Gefühl, hinter anderen Kindern zurückzubleiben, kann das Selbstbewusstsein deines Kindes stark beeinträchtigen und zu einem Teufelskreis führen. LRS / Legasthenie kann nicht nur den schulischen Erfolg, sondern auch das psychische Wohlbefinden deines Kindes beeinträchtigen.
Was kannst du tun, wenn du dir unsicher bist?
Der wichtigste Schritt, den du unternehmen kannst, wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind LRS haben könnte, ist, professionelle Hilfe zu suchen. Ein qualifizierte/r Epertin/Experte kann eine genaue Diagnose stellen und dir konkrete Tipps geben, wie du deinem Kind helfen kannst. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass jedes Kind anders ist – manche benötigen vielleicht einfach etwas mehr Zeit, andere wiederum profitieren von gezielter Förderung.
Wichtig: Zögere nicht, frühzeitig Unterstützung zu suchen. Es ist keine Schande oder Versagen, Hilfe zu holen – ganz im Gegenteil! Je früher dein Kind gezielt unterstützt wird, desto mehr Chancen hat es, seine Schwierigkeiten zu überwinden und das Vertrauen in seine Fähigkeiten zurückzugewinnen.
Was die Wissenschaft sagt – und warum du nicht abwarten solltest
Nach der S3-Leitlinie der Fachgesellschaften (AWMF, Registernummer 028-044) betrifft eine Legasthenie / LRS etwa 6–8 % der Kinder. Die Begriffe „Legasthenie“ und „LRS“ werden dabei übrigens nicht einheitlich getrennt, medizinisch zählt vor allem das Störungsbild selbst, nicht das Etikett.
Liegt eine Legasthenie / LRS in der Familie vor, ist das Risiko für dein Kind etwas höher: Ist ein Elternteil betroffen, liegt das Wiederholungsrisiko bei Geschwisterkindern bei 27–45 %. Das heißt aber nicht, dass sie bei deinem Kind genauso ausgeprägt sein muss. Wie ich selbst dazu sage: Selbst wenn eine Legasthenie / LRS in der Familie über Generationen läuft, müssen dafür ganz viele Faktoren zusammenkommen, die Veranlagung allein entscheidet nicht, wie stark es sich zeigt.
Warum sich das frühe Hinschauen trotzdem lohnt, zeigt eine der bekanntesten deutschen Langzeitstudien: Kinder, deren Legasthenie / LRS im Grundschulalter erkannt und gefördert wurde, hatten deutlich bessere Chancen im weiteren Schulverlauf als Kinder, bei denen das nicht geschah. Auch unsere eigene PuLs-Studie am Duden Institut für Lerntherapie zeigt, wie stark sich unbehandelte Lernschwierigkeiten auf das seelische Wohlbefinden von Kindern auswirken können.
Ein Satz, den ich von unserer Logopädin Johanna Grimm aus meinem Team oft höre: „Es wird nicht einfacher, wenn man später ansetzt.“ In der 1. Klasse ist für viele Kinder schon erkennbar, wohin sich die Sache entwickelt. Wer bis zur 4. Klasse wartet, steht dann oft vor einer bereits fest verankerten Legasthenie / LRS, mit Vermeidungsverhalten und wenig Selbstvertrauen obendrauf. Und noch etwas, das Johanna zu Recht immer wieder betont: Die „das wächst sich aus“-Annahme ist einer der hartnäckigsten Mythen überhaupt.
Du kennst dein Kind am besten. Wenn dein Bauchgefühl sagt, dass etwas nicht stimmt, lass dich nicht abwimmeln, auch nicht von gut gemeinten „wir warten mal ab“-Kommentaren. Mehr zum Zusammenhang zwischen Sprache und Schriftspracherwerb hörst du in unserer Podcastfolge mit Johanna: „Logopädie vs. Lerntherapie: Das solltest du wissen!“
Fazit für LRS / Legasthenie in der 1. und 2. Klasse
Es lässt sich festhalten, dass die Lese- und Rechtschreib-Störung (LRS) / Legasthenie bei Kindern der 1. und 2. Klasse ein wichtiger Bereich ist, der viel Aufmerksamkeit und Unterstützung erfordert. Die Symptome einer LRS in diesem Alter können vielfältig sein und reichen von Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben erlernen und es können schon erste Verhaltensänderungen auftreten. Es ist entscheidend, dass Eltern und Lehrer frühzeitig die Anzeichen einer möglichen LRS / Legasthenie erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den Kindern zu helfen.
Die Kurzanalyse dauert nur wenige Minuten. Deine persönliche Ersteinschätzung schickt dir danach per E-Mail das Team meines Duden Institut International-Online. Jetzt Kurzanalyse starten →
Eine frühzeitige und professionelle Unterstützung kann dazu beitragen, dass eine gezielte Förderung eingeleitet werden kann. Es stehen verschiedene therapeutische Ansätze zur Verfügung, wie beispielsweise die Psychotherapie oder spezielle Lerntherapie. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder individuell und ganzheitlich unterstützt werden.
Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung ihrer Kinder mit LRS. Sie können auf verschiedene Ressourcen zugreifen, um ihre Kinder beim Lesen und Schreiben zu unterstützen. Es gibt spezielle Materialien, Bücher und Online-Ressourcen, die Eltern nutzen können, um das Lernen ihrer Kinder zu unterstützen. Zudem sollten Eltern den Kontakt zur Schule und den Lehrkräften suchen, um sich über mögliche Unterstützungsmaßnahmen im Unterricht zu informieren.
In der Schule ist es wichtig, eine positive und förderliche Lernumgebung für Kinder mit LRS-Symptomen zu schaffen. Lehrkräfte können verschiedene Methoden einsetzen, um den Schülern bei der Bewältigung ihrer LRS-Symptome zu helfen. Dazu gehören beispielsweise das gezielte Üben von Lesen und Schreiben, der Einsatz von audiovisuellen Hilfsmitteln oder das Arbeiten in kleinen Gruppen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Therapeutinnen ist dabei von großer Bedeutung.
Insgesamt ist es wichtig, frühzeitig auf eine mögliche Lese- und Rechtschreib-Schwäche bei Kindern der 1. und 2. Klasse zu reagieren und ihnen die benötigte Unterstützung zukommen zu lassen. Eine individuelle Förderung, ein unterstützendes Umfeld und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten können dazu beitragen, dass Kinder ihre Schwierigkeiten überwinden und erfolgreich lesen und schreiben lernen können.
Quellen
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). S3-Leitlinie Lese- und/oder Rechtschreibstörung, Registernummer 028-044. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-044
- Galuschka, K., & Schulte-Körne, G. (2016). Diagnostik und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung. Deutsches Ärzteblatt International, 113, 279–286.
- Esser, G., et al. (2002). Was wird aus Achtjährigen mit einer Lese- und Rechtschreibstörung? Mannheim: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.
- Grimm, T. (2025). Genetik der Legasthenie. In Böttcher & Merkert (Hrsg.), a. a. O., S. 85.
- Huck, L., & Schröder, A. (2016). PuLs-Studie: Psychosoziale Belastungen bei Lernschwierigkeiten. Berlin: Duden Institute für Lerntherapie.
- Neurologen und Psychiater im Netz: Lese-Rechtschreibstörung / Legasthenie, Ursachen


