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Erwachsene mit LRS oder Rechenschwäche haben meist einen Weg gefunden, mit den Hindernissen umzugehen. Aber wenn dein Kind jeden Tag in der Schule an seine Grenzen stößt und sein Selbstbewusstsein darunter leidet, kann das sehr schwer sein.
Was ich dir heute mitgeben möchte: Niemand muss diesen Weg allein gehen.
Lieber hören statt lesen? Weiter unten geht es zu meiner Podcastfolge zum Thema.
Du gibst deinem Kind Kraft, aber wer gibt sie dir?
In meinem Alltag als Lerntherapeut erlebe ich häufig, dass Eltern sich großartig um ihre Kinder kümmern, sich selbst dabei aber vergessen. Sie sind die größte Stütze, die ihr Kind hat. Der größte Fürsprecher. Sie geben ihrem Kind die Kraft. Doch auch ihre eigene Kraft ist nicht endlos. Wenn sie zu Ende geht, spürt das auch das Kind, direkt.
Eltern, die sich selbst Unterstützung holen und sich austauschen, tun deshalb nicht nur etwas für sich. Sie unterstützen damit direkt auch ihr Kind.
Ein Sprichwort, das mir mal begegnet ist, trifft es gut: Es braucht ein Dorf, ein Kind großzuziehen. Genauso braucht es ein Dorf, die Eltern zu unterstützen.
Woraus ein starkes Netzwerk besteht
Bei langanhaltenden Lernschwierigkeiten mit all den psychischen Auswirkungen, die sie auf das Kind und sein gesamtes Umfeld haben können, besteht ein starkes Netzwerk oft aus mehreren Bausteinen: Fachleuten, die eine fundierte Diagnose stellen und passende Förderpläne entwickeln. Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten, die gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Selbsthilfegruppen oder Online-Foren, in denen sich Betroffene austauschen. Und Lehrkräfte, Freunde, Familie, alle, die mittragen und mitdenken.
Jeder dieser Bausteine hat seine Vorteile und auch seine Grenzen. Die Mischung aus professioneller Hilfe und persönlicher Unterstützung ist es, die zählt, denn sie stärkt nicht nur die Fähigkeiten deines Kindes, sondern auch sein und dein Selbstvertrauen.
Bei uns im Duden Institut International-Online gibt es deshalb neben der individuellen Lerntherapie zusätzlich eine angeleitete Austauschrunde für Eltern, in der Sorgen und Streitsituationen aus dem Alltag besprochen werden können. Eltern berichten mir immer wieder, wie sehr sie diesen zusätzlichen Austausch schätzen.
Auf welchen Ebenen ein Netzwerk wirkt
- Emotional: Menschen, die zuhören, trösten, Mut machen, gerade an den Tagen, an denen alles schwerfällt.
- Praktisch: konkrete Tipps und Strategien für den Alltag, Lernmethoden, Apps, Zeitmanagement.
- Inspirierend: Erfahrungen von anderen zeigen dir, dass du nicht allein bist, und dass es viele Wege gibt, mit LRS oder Rechenschwäche umzugehen.
- Zukunftsweisend: LRS oder Rechenschwäche dürfen kein Karrierehindernis sein. Mit der richtigen Unterstützung lassen sich Ziele erreichen, ohne sich ständig beweisen zu müssen.
Wie sieht dein Netzwerk aus?
Welche Menschen, Gruppen oder Plattformen geben dir Kraft, besonders dann, wenn es schwer wird? Und wie sorgst du dafür, dass du neue Kraft tankst, wenn du ein Kind mit langanhaltenden Lernschwierigkeiten über Jahre hinweg begleitest? Wenn bei eurem Kind gerade eher Schulangst oder Resignation im Vordergrund steht, findest du Hilfestellungen in „Schulangst bei LRS oder Rechenschwäche“, und wie du seinem Selbstvertrauen im Alltag auf die Sprünge hilfst, in „Wenn dein Kind nicht mehr an sich glaubt“. Und woran du merkst, dass zu viel Druck im Spiel ist, egal ob von außen oder von deinem Kind selbst gemacht, zeige ich in „Druck bei LRS und Rechenschwäche: Diese Warnsignale solltest du kennen“.
„Nur wer selbst auftanken kann, kann Kraft weitergeben.“
— Mio Lindner
Was die Forschung sagt
Dass Unterstützung für Eltern nicht nur ihnen selbst hilft, sondern messbar beim Kind ankommt, zeigt eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit: Interventionen, die gezielt Eltern von Kindern mit Lernstörungen unterstützen, etwa Austauschgruppen, Beratung oder psychoedukative Programme, verbessern nicht nur das emotionale Wohlbefinden und die Eltern-Kind-Beziehung der Eltern selbst, sondern auch die schulischen, sozialen und verhaltensbezogenen Ergebnisse der Kinder.
Wie eng elterlicher Stress und der Umgang damit zusammenhängen, zeigt eine Studie mit 147 Eltern von fünf- bis zwölfjährigen Kindern mit diagnostizierter Lernstörung: Wie Eltern über die Situation ihres Kindes denken und wie sie damit umgehen, beeinflusst maßgeblich, wie belastet sie sich fühlen. Der allgemeine Mechanismus dahinter ist seit Langem bekannt: Soziale Unterstützung wirkt wie ein Puffer gegen die negativen Folgen von Stress, ein Effekt, der sich über Jahrzehnte Forschung hinweg immer wieder bestätigt hat.
Mehr zum Thema in meiner Podcastfolge „Niemand schafft es allein: Warum du ein Unterstützungsnetzwerk bei LRS brauchst!“: warum ein starkes Netzwerk auf mehreren Ebenen wirkt und warum auch du als Elternteil Unterstützung brauchst.
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(Die Buchung läuft über das Duden Institut International-Online, das ich selbst gegründet habe, kein anderer Anbieter.)
Verwendete Quellen
Supporting parents of children with learning disorders: a systematic review of intervention strategies (2025). Frontiers in Psychology. doi.org/10.3389/fpsyg.2025.1536894
Auriemma, D. L., Ding, Y., Zhang, C., Rabinowitz, M., Shen, Y., & Lantier-Galatas, K. (2022). Parenting Stress in Parents of Children with Learning Disabilities: Effects of Cognitions and Coping Styles. Learning Disabilities Research & Practice, 37(1), 51–63. doi.org/10.1111/ldrp.12265
Cohen, S., & Wills, T. A. (1985). Stress, social support, and the buffering hypothesis. Psychological Bulletin, 98(2), 310–357. doi.org/10.1037/0033-2909.98.2.310

