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Ihr übt jeden Tag. Trotzdem wird es nicht besser. Vielleicht kennst du dieses Gefühl: noch eine Nachhilfestunde, noch ein Arbeitsblatt, noch ein Elternabend mit gut gemeinten Tipps, und dein Kind macht beim Lesen, Schreiben oder Rechnen einfach keine Fortschritte.
Das ist zermürbend. Für dich. Und für dein Kind.
Warum „einfach mehr üben“ oft nicht hilft
Die meisten Nachhilfeangebote setzen genau hier an: mehr fachlichen Inhalt in möglichst kurzer Zeit. Aber wenn die Schwierigkeit tiefer liegt, also bei Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche, hilft mehr vom Gleichen nicht. Im Gegenteil: Es kann Frustration und Vermeidungsverhalten sogar verstärken.
Das liegt daran, dass es bei Legasthenie / LRS in der Regel nicht um fehlendes Fachwissen geht, sondern um die Art, wie das Gehirn Sprache verarbeitet, insbesondere die phonologische Verarbeitung: das Erkennen einzelner Laute, das Merken von Laut-Buchstaben-Verbindungen, der schnelle Zugriff auf bekannte Wörter (Lenhard, 2025). Kein Arbeitsblatt der Welt trainiert diese Fähigkeit einfach durch Wiederholung weg.
Was wirklich dahinterstecken kann
Weder Intelligenz noch Anstrengungsbereitschaft erklären, warum manche Kinder trotz viel Übens nicht vorankommen. Das IQ-Diskrepanz-Kriterium, also die Annahme, eine Lernschwäche zeige sich nur bei einer Lücke zwischen Intelligenz und Leistung, wird in neueren Diagnoserichtlinien nicht mehr oder nur noch abgeschwächt angewendet (Lenhard, 2025, S. 74 f.). Entscheidend ist stattdessen, wie ausgeprägt die Schwierigkeiten im Vergleich zur breiten Masse der Kinder sind, unabhängig davon, wie klug oder fleißig dein Kind ist.
Woran du den Unterschied erkennst
Ein paar Anhaltspunkte: Die Schwierigkeiten bestehen trotz regelmäßigem Üben über Monate unverändert fort. Sie zeigen sich in mehreren Bereichen gleichzeitig, zum Beispiel Lesen und Schreiben. Und dein Kind hat sichtlich mehr Mühe damit als gleichaltrige Kinder, nicht nur „ein bisschen weniger Lust“. Eine ausführlichere Übersicht findest du in meinem Anzeichen-Beitrag.
Nicht mehr üben ist die Lösung. Das richtige Verständnis dafür, was wirklich dahintersteckt, ist es.
Häufige Fragen
Reicht es, einfach die Nachhilfe zu wechseln?
Wenn die Ursache eine Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche ist, meist nicht. Dann braucht es eine gezielte Förderdiagnostik und darauf abgestimmte Lerntherapie statt zusätzlichen Fachunterricht.
Ab wann sollte ich eine Diagnostik in Betracht ziehen?
Wenn die Schwierigkeiten trotz regelmäßiger Unterstützung über Monate bestehen bleiben und sich nicht spürbar verbessern.
Wenn du wissen willst, ob bei deinem Kind mehr dahintersteckt als „einfach mehr üben“: Lass uns das in einem kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch gemeinsam anschauen.
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(Die Terminbuchung läuft über das Duden Institut International-Online, das ich selbst gegründet habe, kein anderer Anbieter.)
Quellen
- Lenhard, W. (2025). Legasthenie – Definition, Ursachen, Diagnostik und Förderung. In Böttcher & Merkert (Hrsg.). DOI-Präfix des Sammelbands: 10.5771/9783748963349.
